Rente und Altersvorsorge wo bleibt die Reform, die auch was bringt
Man macht sich eher ungern Gedanken über das Alter - vor allem, wenn man alt ist.
Nicht nur, dass die Treppen steiler, die Buchstaben in der Zeitung kleiner und alle Geräusche auf einmal ganz leise werden, nein, man kann auch nicht mehr so arbeiten wie früher. Will man vielleicht auch gar nicht, man will endlich sein Leben in Ruhe genießen ohne sich nicht um Geld Sorgen zu machen, geschuftet hat man doch schließlich schon genug.
Grundsätzlich kann man sagen, dass die Idee der Rentenversicherung - also der Gedanke, dass die jüngere Generation finanzielle Verantwortung für die ältere Generation übernimmt - aus einer Zeit stammt, in der man diese Idee möglich machen konnte. Und das "Wirtschaftswunder" trug dann Mitte der Fünfziger seinen Teil zur Erhöhung der Rente bei, obwohl man Herrn Adenauer nachsagt, er habe gewusst, dass dies auf die Dauer nicht gut gehen könne.
Der demografische Wandel, also die erhöhte Lebenserwartung und die Tatsache, dass immer weniger Kinder in Deutschland geboren werden, und die hohe Arbeitslosigkeit zwangen eine neue Reform geradezu herbei.
Die Rentenreform von 2006 verschob das Renteneintrittsalter um 2 Jahre nach oben, es beträgt nun also 67 Jahre.
Für den einzelnen wohl nicht viel, für die Gesellschaft eine große Entlastung, da 24 Monatskosten von Millionen Rentnern in Deutschland eingespart werden können. Wiederum aber schlecht für den Arbeitsmarkt, da die "alten Hasen" schließlich zwei Jahre länger eine Arbeitsstelle beanspruchen, die somit nicht von jüngeren Leuten besetzt werden kann. Und die jüngere Generation soll doch schließlich den Rentenbeitrag finanzieren.
Das Rentenniveau singt somit immer weiter und die private Absicherung wird immer wichtiger.
Ende 2006, also Ende des Jahres, in der die Reform stattgefunden hat, schlossen rund acht Millionen Deutsche eine "Riester Rente", eine private Rentenversicherung, ab.
Ob die Rentenreform von 2006 weitere, drastische Veränderungen mit sich bringt, wird sich noch zeigen. Es sind noch weitere Änderungen am Konzept im Jahre 2007 und 2008 vorgesehen, und auch die "Riester Rente" ist in den letzten Jahren in scharfe Kritik geraten.
Ohne private finanzielle Absicherung kann es sein, dass die nächste Generation im Alter gar keine geldliche Unterstützung haben wird.
NEWS:Rentensicherheit: Adolf Bauer (SoVD-Präsident) macht sich stark für Rentner
Der Sozialverband Deutschland fordert die Abschaffung der Kürzungsfaktoren und einen Inflationsschutz für Rentner. Allen voran SoVD-Präsident Adolf Bauer, der vergangenen Montag das größte finanzielle Problem unserer Mitbürger ab 67 Jahren am Schlafittchen packte. Der schleichende Wertverlust der Renten sei mittlerweile so stark ausgeprägt, dass die meisten Pensionäre kaum noch ihren Kühlschrank füllen können.
Regelmäßige Nullrunden kämen auf sie zu. Schuld daran seien die niedrigen Bruttolohnerhöhungen aufgrund zu starken Auswirkungen der Kürzungsfaktoren. Hinzukommend sei die Mini-Erhöhung der Rente 2004 zu gering ausgefallen. Die Rentner verlören quasi ihr Geld aufgrund der gestiegenen Krankenkassenbeiträge und dem teilweise vollen Pflegeversicherungsbeitrag. Es ist nicht wunderlich, dass diese Faktoren zu Kaufkraftverlusten von mindestens 10 Prozent führten. Die zum 1. Juli geplante Erhöhung um 1,1 Prozent könne nicht einmal die auf 2,6 Prozent geschätzte Inflationsrate ausgleichen.
Graue Aussichten. Darum fordert der Sozialverband eindringlich eine Inflationsschutzklausel, die durch eine lohnorientierte Rentenanpassung abgerundet werden soll. Hier stünden die Höhe der Löhne und die Höhe der Rente in Wechselwirkung. Probleme diesbezüglich findet Bauer in der Altersvorsorge. EU-Rente und Rürup-Rente bleiben unkritisiert, doch der Riester-Faktor, der eine um etwa 0,6 Prozentpunkte geringere Rentenanpassung bewirkt, soll dauerhaft ausgesetzt und der Nachholfaktor abgeschafft werden. Ansonsten drohen den Rentnern Deutschlands weitere Rentenkürzungen, die sie garantiert nicht willkommen heißen werden.
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